Unser Konfirmandenjahrgang 2007/08
Von Katharina Döring
Wir haben es geschafft! Auch in diesem Jahr zum Pfingstwochenende, das
mit einem wunderschönen Wetter gesegnet war, konnten wir junge Menschen
konfirmieren, die in dem knappen Jahr zu tollen Gemeindegliedern
geworden sind. Deshalb ist es mir ein Bedürfnis, diese Zeit noch einmal
Revue passieren zu lassen:
Es ist fast ein Jahr her, als sich die nun Konfirmierten das erste Mal
in der Konfirmandengruppe gesehen haben. Am Anfang wurden neugierige und
interessierte Blicke ausgetauscht,. Mit wem würde man es wohl ein Jahr
lang zu tun haben? Doch schnell schlossen sich kleine Freundschaften,
die oft auch zu großen wurden. Dass die Gruppe so homogen war, mag an
der Übernachtung im Gemeindehaus zu Anfang der Konfer-Zeit gelegen
haben. Vielleicht aber auch an der Kinderbibelwoche, in der sich etliche
Konfirmanden freiwillig als Helfer meldeten. Dabei sahen wir sie von
einer anderen Seite - ihrer kindlichen. Oft wusste man nicht, ob es sich
beim Spielen nun um das betreute Kind oder einen betreuenden
Jugendlichen handelte.
Auch andere Dinge haben wir gemeinsam erlebt. Zuletzt waren wir auf
Konfirmandenfahrt im beschaulichen Störitzland. Dort lernten wir die
Konfirmanden noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Nicht,
dass sie vorher nicht aufgeschlossen, symphatisch, ehrgeizig und
freundlich waren, auf der Fahrt zeigten sich viele Facetten der
einzelnen Jugendlichen: die vorher ruhig erscheinenden blühten bei den
viele Aktivitäten (wie etwa beim Volleyball oder Fußball) regelrecht auf
- und die sonst eher lebendigen zeigten ihre besinnliche Seite.
Die Fahrt hat uns - dem Team, bestehend aus Herrn Pfarrer Sturm, Frau
Sturm, Alexander und mir - große Freude bereitet. Unsere Freude wurde
umso größer, als sich fast die Hälfte interessiert zeigte, im Sommer für
fünf Tage mit auf Jugendreise zu fahren.
Es gab noch andere Dinge, mit denen sich die Konfirmanden während des
letzten halbes Jahres beschäftigen mussten, z.B. die Gemeindepraktika.
Dort haben sie schon einen kleinen Einblick in die Gemeindegruppen bzw.
in das Gemeindeleben bekommen. Es kann nicht schaden, sich aktiv in den
jeweiligen Gruppen zu zeigen. Denn ob Groß oder Klein, die Gemeinde
freut sich über jeden, der sich in der Kirche engagiert und/oder den
Gottesdienst besucht. Deshalb hoffe ich, dass sich diese besonderen
jungen Menschen nicht mit der Konfirmation aus der Gemeinde schleichen
oder gewissermaßen verabschieden.
Es wäre schön, wenn sie sich weiterhin mit der Kirche verbunden fühlen
würden und sich, ob im Gottesdienst, in einer Gemeindegruppe oder
freitags zur Jugendgruppe zeigen könnten. Es wäre nämlich schade, solche
Konfirmanden zu verlieren.
Pfingsten, das liebliche Fest
Kaum
ein anderer christlicher Feiertag ist so naturverbunden wie Pfingsten.
Darum freuen wir uns auf „das liebliche Fest“ (Goethe). Auf ein paar
sonnige Feiertage in der schönsten Zeit des Jahres. Auf einen
Pfingstausflug. Auf das frische Grün der Wiesen und den Frühlingsduft
der Blumen und Bäume.
Die Bibeltexte und Lieder des Pfingstsonntags machen darauf aufmerksam,
dass zum Pfingstfest noch etwas anderes hinzugehört: Das christliche
Pfingstfest hat etwas mit dem „Heiligen Geist“ zu tun. Von allen
Begriffen, die wir aus der christlichen Glaubenslehre kennen, erscheint
uns dieser am blassesten. Wie können wir „Heiligen Geist“ wahrnehmen,
wie seine Gegenwart erfahren? Was sind seine Kennzeichen, was die
Merkmale, damit wir Gottes Geist von menschlichem Geist unterscheiden
können?
„Der Geist weht wo er will“, sagt der Evangelist Johannes (3:8) und
drückt damit aus, was ein entscheidendes Kennzeichen dieses Geistes ist:
seine Unverfügbarkeit. Geist, Heiliger Geist ist kein fester Besitz,
sondern Geschenk. Mit ihm kommt etwas in unser Leben und in unsere
heutige Welt hinein, was sich unseren Ansprüchen und Begehrlichkeiten
entzieht, was wir nicht besitzen oder kaufen, sondern nur erbitten
können.
Ein zweites Merkmal dieses Geistes ist seine Eigenschaft, Gemeinschaft
zu stiften. Das war von Anfang an so. Die Jünger in Jerusalem fanden
durch die Ausgießung des Geistes zur Kirche zusammen. Dort wo Heiliger
Geist ist, entsteht Gemeinschaft des Glaubens.
Drittes und wichtigstes Merkmal: Heiliger Geist ist ein „Geist der
Liebe, ein Freund der Freundlichkeit“ (EG 133). Daran vor allem will er
erkannt sein.
Bei der Ankunft des Geistes muß es übrigens nicht immer so spektakulär
zugehen wie damals in Jerusalem. Oft vollzieht sie sich ganz
unauffällig. Vielleicht nur, dass wir und andere spüren, wie unsere
Herzen weiter und unser Gewissen empfindlicher geworden sind oder dass
wir auch in schwierigen Situationen fröhlich und gelassen bleiben
können. Das und vieles mehr sind Früchte jenes Geistes , von dem die
Jünger Jesu am Pfingstfest erfüllt wurden und der bis heute jedem, der
darum bittet, verheißen ist.
Ein gesegnetes Pfingstfest
wünscht Ihnen
Ihr Pfr. Dr. H. Detering
Liebe
Leser
Die lang ersehnte Sanierung unseres erst in den sechziger Jahren
errichteten Gemeindehauses ist nicht mehr aufzuhalten. Die maßgeblichen
Entscheidungsträger im Kirchenkreis und Landeskirche haben nun endlich
grünes Licht gegeben. Die Finanzierung ist gesichert. Wir stehen in den
Startlöchern.
Sie wissen, dass ich mich in unserer Gemeinde der Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen widme. Man meint, dass gerade jüngere Menschen ein erhöhtes
Gewaltpotential besitzen. Erziehungsberechtigte, Lehrer verzweifeln,
sind ihrer Autorität beraubt, Nachrichten erschrecken uns.
Kirche und Gemeinde können andere, gute Wege aufzeigen. Mit unseren
Möglichkeiten sind wir in der Lage, jungen Menschen verbindliche Werte
zu vermitteln.
Zu Pfingsten werden 14 bis 16 Jährige konfirmiert. Über ein Jahr lang
haben wir uns mit den wesentlichen Inhalten des christlichen Glaubens
beschäftigt, auch die konstruktive Auseinandersetzung mit anderen
Konfessionen, fremden Religionen wurde gewagt. Das Team, bestehend aus
Katharina Döring, Alexander Zenk und meiner Frau war stets hoch
motiviert. Wir fragen uns Jahr für Jahr, wer denn der Gemeinde weiter
erhalten bleiben wird. Manchmal erlebt man positive Überraschungen, ist
hin und wieder auch enttäuscht.
Unser Freitagnachmittag erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Junge
Leute kommen miteinander ins Gespräch, spielen Tischtennis und Billard,
hin und wieder wird ein Essen organisiert.
Man täte den Heranwachsenden Unrecht, würde man sie nun pauschal
verurteilen. Mit unseren 2 Jugendbands, die bereits
Gemeindeveranstaltungen und Sommerfeste bereichert haben, war ich im
Tonstudio. Konzentriert nahmen sie teils eigens komponierte, aber auch
„Coverversionen“ populärer Lieder auf. Dies ist nur ein Beispiel von
vielen. Junge Menschen engagieren sich und sind bereit, Arbeit und Zeit
zu investieren. Seit Jahren sind Katharina Döring und Alexander Zenk,
die auch einen Jugendleiterschein gemacht haben und in diesem Jahr die
Hochschulreife erlangen werden, treue und zuverlässige Begleiter im
Konfirmandenunterricht, Begleiter von Jugendfahrten und Austräger
unserer Mitteilungen. Eine neue Generation ist herangewachsen, die sie
ergänzen wird. Aber eine Gemeinde besteht eben aus den Älteren und den
Jüngeren. Dies wird immer wieder in den regelmäßig stattfindenden
Familiengottesdiensten deutlich. Singkreis, Kinder- und Jugendchor,
Konfirmanden bereichern das gottesdienstliche Geschehen.
Ich bin Gott dankbar, in dieser Gemeinde Dienst tun zu dürfen.
Pfarrer Erko Sturm
Gotteswahn?
Wieder einmal feiern Millionen von Christen in aller Welt
Weihnachten.
Doch wie, wenn sie sich irrten und der Gott, den sie in
ihren Gottesdiensten verehren, gar nicht existierte?
Ist Gott vielleicht
nur ein Phantom, ein Produkt menschlichen Wunschdenkens?
Von einem „Gotteswahn“ spricht der englische Biologe und Atheist Richard Dawkins, dessen millionenfach verkauftes Buch desselben Titels derzeit
diskutiert wird. Die Gottesvorstellung, so Dawkins, habe sich wie eine
Wahnidee, wie ein Virus in der Menschheitsgeschichte festgesetzt, eine
Art metaphysischer Wintergrippe, gegen die kein Kraut gewachsen sei.
Sind Millionen von Menschen, denen der Glaube an Gott im Leben und
Sterben Halt gab und gibt, dumm oder krank? - Die Gelassenheit, mit der
die meisten Christen bisher auf die Thesen von Dawkins reagierten,
spricht für ihr Selbstbewußtsein. Was würde geschehen, welcher Aufschrei
der Empörung ginge wohl durch unsere Medien, wenn ein Bischof alle
Atheisten als Dummköpfe oder Psychopathen bezeichnete?
Am befremdlichsten ist der große Erfolg des nachlässig geschriebenen und
sehr oberflächlichen Buches. Dawkins spricht offenbar nicht nur einigen
weltanschaulichen Skeptikern aus dem Herzen, sondern vor allem jenen
Menschen, für die Gott deswegen nicht existiert, weil er nicht in ihre
Lebenspläne paßt und also gar nicht existieren darf. Jenen
Menschen, für die andere Maßstäbe zählen als die des Glaubens. Die
Wirtschaft ist ja mittlerweile für viele Menschen Selbstweck geworden.
Die Sicherheit und Sicherung der ökonomischen Basis ihres Lebens ist der
einzige Lebenssinn, weil es für sie keinen anderen Sinn mehr gibt.
In einer Hinsicht hat Dawkins allerdings recht: Die Dinge, auf die es
ankommt, liegen nicht so offen am Tage, wie wir es manchmal wünschen.
Wie einfach wäre es doch , wenn Gott sich selber „eindeutig und ohne
Unklarheiten“, wie Dawkins in lächerlicher Naivität fordert, selber beweisen würde.
Solange dies nicht der Fall ist, bleibt es an uns, zu entscheiden, ob wir
lieber mit Gott oder ohne ihn leben wollen. Der "Sprung" des Glaubens
bleibt uns nicht erspart. Doch ist der christliche Glaube gewiß nicht die schlechteste Möglichkeit.
Attraktiver als alle Theorien, die die Welt aus sich heraus
erklären wollen, ist er allemal. - Und daß er Gott auch in der
Verborgenheit noch zu erkennen vermag, bleibt sein weihnachtliches
Geheimnis.
Das Licht der Herrlichkeit scheint mitten in der Nacht
/
Wer kann es sehn? Ein Herz das Augen hat und wacht.
(Angelus Silesius)
Alle Gemeindegliedern und Lesern eine gesegnete Advents-
und Weihnachtszeit wünscht Ihnen
Ihr Dr. Hermann Detering, Pfr.
"Ein ungeheuer schwerer Schritt"
Eine Bischöfin läßt sich scheiden
Von Pfr. Dr. Hermann Detering
Scheidung
ist immer eine traurige Angelegenheit für alle, die sie betrifft.
Hauptbetroffene sind die Kinder. Aber auch viele Ehepartner verdienen
Verständnis und Mitgefühl. Selbstgerechtigkeit ist nicht angebracht –
weder auf seiten der Öffentlichkeit noch der Betroffenen. In den
vergangenen Wochen mußten wir erfahren, daß die Bischöfin der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Dr. Margot Käßmann, den
Scheidungsantrag eingereicht hat. Das Medienecho war groß. Kein Wunder,
Frau Käßmann ist nicht irgend jemand, sie gilt als Anwärterin auf das
höchste Amt in der EKD, des Ratsvorsitzenden. Nun ließ sich zeigen, daß
„die da oben in der Kirche auch nicht besser sind als wir“ und überall
nur mit Wasser gekocht wird. Solche Häme ist unerfreulich und ungerecht.
Leider haben die Äußerungen der Bischöfin nicht zu einem besseren
Verständnis beigetragen. Sie klangen alle ein wenig selbstgefällig, fast
so, als sei Scheidung kein trauriges Versagen, sondern eine großartige
Herausforderung, die sie, mit Gottes Hilfe, versteht sich, gemeistert
hätte: „Es war für mich ein ungeheuer schwerer Schritt, zu dem viel
Gottvertrauen gehörte.“ Wir wollen das gerne glauben. Aber ist nicht das
ganze Leben für den Christen eine Übung in Gottvertrauen? Sollte
Scheidung nicht eher als Übung in Demut begriffen werden? Sie ist
doch kein Naturereignis, sondern hat auf beiden Seiten etwas mit Schuld
und Versagen zu tun. Man ist hinter dem zurückgeblieben, was man einst
von sich und dem anderen erwartete. Das Gelöbnis vor Gott,
zusammenzubleiben „bis daß der Tod uns scheidet“, ist zerplatzt wie eine
Seifenblase. Was können menschliche Treueversprechen nun noch wert sein?
Die Bischöfin hat die Öffentlichkeit bereits wissen
lassen, daß sie nicht zurücktreten wird. Sie wird dabei von der
Kirchenleitung in Hannover unterstützt. Warum eigentlich?
Wohl weil sie einst einen gesellschaftlichen „Traum“ verwirklichte, den
der karrierebewußten, berufstätigen, glücklich verheirateten
„Powerfrau“, noch dazu mit vielen Kindern. Im Grunde könnte die
Scheidung von Frau Käßmann Anlaß sein, einmal darüber nachzudenken, ob
ein solcher „Traum“ der Gesellschaft überhaupt gut tut. Ob er nicht eine
immense Überforderung der Frauen darstellt, unter der vor allem die
menschlichen Beziehungen, zum Ehepartner, zu den Kindern, leiden.
Aber eine solche Diskussion ist offensichtlich nicht gewollt. Man will
lieber weiterträumen …
An Melanchthon tut sich was
Seit mehr
als 100 Jahren prägt die Melanchthon-Kirche mit ihrem charakteristischen
Turm das Stadtbild der Spandauer Wilhelmstadt. Das Kirchengebäude
entspricht in seiner schlichten, traditionellen Anmutung dem Kirchenbild
der Wilhelmstädter, die für Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen und
Trauungen gern eine „richtige Kirche“ bevorzugen.
Kein Wunder, dass die Kirche über viele Jahrzehnte das „Hätschelkind“
der Gemeinde war! Viele Arbeit, Mühe und Geld wurde in ihre Erhaltung
und Verschönerung investiert. Der Gemeinde ist besonders das Engagement
des Amtsvorgängers Pfarrer Bursian in Erinnerung geblieben, auf dessen
Initiative der Altar der Luthergemeinde in die Melanchthon-Kirche
überführt wurde.
In den letzten Jahren ist ein Bewußtseinswandel eingetreten. Ohne dass
die Bedeutung der Kirche für das gottesdienstliche Leben geringer
geschätzt würde, ist die gemeindliche Arbeit weiter intensiviert worden.
Die ehrenamtliche Tätigkeit wurde gestärkt, immer mehr Gemeindekreise
entstanden. Das Gemeindehaus als Ort für diverse Gemeindeveranstaltungen
rückte in den Blickpunkt.
Leider wäre es ein Fehlschluß von dem relativ guten Zustand der Kirche
auf den des Gemeindehauses zu schließen. Obwohl wesentlich jünger als
die Kirche, befindet es sich doch in weit schlechterer Verfassung. Der
Zahn der Zeit hat dem Bau aus den Sechziger Jahren arg zugesetzt und
inzwischen selbst die Betonwaben der Außenfassade angenagt. Nicht nur,
dass die Ausstattung der Innenräume kaum noch dem heutigen Zeitgeschmack
entspricht und eine Reihe von Schönheitsreparaturen und -arbeiten
dringend fällig wäre, auch die Technik, d.h. Elektrik, Toiletten und
Fahrstuhl befindet sich zum Teil in einem desolaten Zustand. „Wie soll
man sich in diesem Gebäude wohlfühlen?“ – so die verzweifelte Frage
eines Gemeindegliedes bei der letzten GKR-Wahl.
Die Gemeindeleitung beschäftigte sich bereits seit einigen Jahren mit
diesem Problem. Erste zaghafte Schritte in Richtung Renovierung wurden
unternommen, Fachmänner und -frauen wurden befragt, Auskünfte eingeholt.
Mancher Fachmann erwies sich als hilfreich, einige Auskünfte führten in
die Irre. „Lerne durch Leiden“. Am Ende stand fest, dass eine „kleine
Lösung“, d.h. diverse Ausbesserungsarbeiten hier und da, zwar von der
Gemeinde finanzierbar, aber letztlich kaum sinnvoll wäre. Die Substanz
des Gebäudes stand auf dem Spiel. Nur eine große, also „teure“ Lösung
kam noch in Frage: Die komplette Renovierung des Gemeindehauses unter
der Leitung eines Architekten. Von der Gemeinde allein war das
finanziell nicht zu leisten. Die Hilfe des Kirchenkreises war gefordert.
Gerüchte über die Höhe der zu erwartenden Kosten für die geplante
Renovierung machten die Runde. Das Erschrecken darüber war niemandem zu
verargen. Schnelle Entscheidungen konnte die Gemeinde nicht erwarten.
Die für die Bewilligung der Gelder verantwortlichen Frauen und Männer
aus dem Kirchenkreis wollten erst einmal gründlich auf Herz und Nieren
prüfen. Was bedeutet die Renovierung des Gemeindehauses für die
zukünftige Gemeindearbeit? Ist es sinnvoll bei der Neukonzeption neue
Prioritäten zu setzen – und wenn ja, welche? Wie gestaltet sich das
Profil der Gemeinde, wo hat sie ihre Schwerpunkte? Und welche will sie
in Zukunft neu setzen?
Eine Visitation des Kirchenkreises im Jahre 2005 sollte dazu verhelfen,
eine Entscheidung herbeizuführen. Anfang dieses Jahres konnten endlich
erste konkrete Schritte in Richtung Renovierung in Angriff genommen
werden. Beratungen unter Beteiligung von Vertretern der Gemeindeleitung,
des Kirchenkreises und des Architekten sollen Klarheit über den
einzuschlagenden Weg schaffen. Während es im Ausschuß „Bau und Finanzen“
um eben dieselben geht, beschäftigt sich eine andere Gruppe mit
konzeptionellen Fragen. Wichtigste Ergebnisse: Neben dem Einbau eines
neuen behindertengerechten Fahrstuhls ist die Einrichtung eines Cafés im
Erdgeschoss des Gemeindehauses geplant, das Büro soll in die ehemalige
Kirchwartswohnung verlegt, die Außenfassade zur Pichelsdorfer Straße von
Grund auf umgestaltet werden.
Besonders liegt der Gemeinde die Einrichtung des Cafés am Herzen. Hier
können gemeindefernen Menschen Schwellenängste genommen und der Zugang
zur Gemeinde erleichert werden. Stadtteilbezogene Angebote können dazu
beitragen, den Menschen der Wilhelmstadt Gemeindepräsenz zu vermitteln
und das diakonische Profil der Melanchthon-Gemeinde zu schärfen. Als
Stätte der Begegnung könnte das Gemeindecafé unterschiedliche
gemeindliche Gruppen „bei einer Tasse Kaffee“ miteinander ins Gespräch
zu bringen.
Die Gemeinde ist sich dessen bewusst, dass für die Durchführung ihres
Vorhabens eine Reihe von Bauprojekten an anderen Kirchengemeinden
aufgeschoben werden müssen. Auch wenn wir bei deren Leitungsgremien
bisweilen etwas wie ein Zähneknirschen meinen vernehmen zu können – sind
wir dankbar für ihr Verständnis!
Dr. Hermann Detering, Pfarrer
Fahrt nach Branitz am 12.Oktober 2006
Zur
Photogalerie
Von Brigitte Bräutigam
Vom
„tollen“ Leben des Fürsten Pückler beeindruckt, beschlossen die
Teilnehmer des Literaturkreises eine Fahrt nach Branitz zu unternehmen.
Hier hatte der geniale Landschaftsarchitekt ein Zeugnis seines Könnens
hinterlassen.
Wir fuhren also morgens um 8.00Uhr von unserer Melanchthon-Kirche los.
Wie immer mit einem Bus der Firma Wetzel, gelenkt von Fahrer Helmut.
Über die Autobahn ging es in Richtung Cottbus. Nach etwa zwei Stunden
erreichten wir Branitz. Hier verbrachte Pückler einen großen Teil seines
Lebens. Trotz seiner adligen Herkunft, litt er ständig unter Geldmangel,
der auch durch die Heirat mit der Reichsgräfin Lucie von Pappenheim
nicht behoben werden konnte. Wegen seines ausschweifenden und
extravaganten Lebensstils musste Pückler sein Geburtshaus Schloss Muskau
verkaufen und lebte weiter in Branitz.
Die Gestaltung der Parkanlagen in Muskau, Branitz und später auch
in Babelsberg verschlangen immense Summen seines Vermögens, das er
eigentlich gar nicht besaß. Das Ehepaar ließ sich scheiden, wohnte aber
weiterhin zusammen. Sie versprachen sich, die innige Herzensbindung
zwischen ihnen niemals zu trennen. So konnte Pückler weiterhin seine
weiten und langwierigen Reisen in aller Herren Länder unternehmen.
Ständig auf der Suche nach einer reichen Erbin aus „edlem Geblüt“,
schilderte er ungeniert seine Reiseerlebnisse in Briefen an die geliebte
Lucie, seine „Schnucke“.
1834-40 unternahm er eine Orientreise, von der er neben einer
großen orientalischen Dienerschaft, exotischen Tieren und
Ausstellungstücken auch das blutjunge Sklavenmädchen Mahbuba in die
Heimat mitbrachte. Sie wurde für ihn Tochter, Freundin und Geliebte
zugleich. Nach den jahrelangen Reisen kehrte sie tot krank mit Pückler
zurück und verstirbt bald danach im Alter von sechzehn Jahren. 1845
verkaufe der Fürst Schloss Muskau und zog sich ganz nach Branitz zurück.
Hier widmete er sich seinem „Alterwerk“, dem Gesamtkunstwerk, das noch
heute aus Schloss und Parkanlage besteht.
1850 wurden Schloss und Nebengebäude vom Baumeister Gottfried Semper
feudal erneuert. Während des letzten Krieges und der Nachkriegszeit
erlitten die Gebäude und der Park keine größeren Schäden. So konnte
alles nach der Renovierung 1995 im alten Glanz erstrahlen und weiterhin
als Museum genutzt werden.
Wir wurden durch diese historischen Räume geführt und erhielten so einen
Einblick in das außergewöhnliche Leben und Werk des Gartenkünstlers,
Schriftstellers und Weltenbummlers Fürst von Pückler-Muskau.
Das Musikzimmer ist auch heute noch im Original
erhalten und wird zu Musik-Veranstaltungen genutzt. Die Wände im
Zopfstil sind mit Spiegeln und vergoldeten Musikinstrumenten aus Stuck
und Holz verziert. Der hohe weiße Ofen mit kunstvoll bemalten Kacheln
aus Flandern trägt das Wappen des Fürsten mit seinem Bildnis und der
Inschrift „Liebe+Tugend“. An der Wand zeigt ein Hochrelief die
Abbildungen von zwei Mädchenköpfen. Der Flügel und die mit grünem Stoff
bezogenen Stühlen laden zum Ausruhen ein. Im Sommer können die Türen zur
Terrasse geöffnet werden. Neben dem Musik-Salon befindet sich das
Speisezimmer. Hierher lud der Fürst seine Gäste zum Essen ein, am
liebsten drei oder neun Personen. Er machte ihnen zur Auflage, pünktlich
abends um 9.00Uhr zu erscheinen. In der „Branitzer Hausordnung“ hieß es:
„Nur Krankheit, die der liebe Gott verhüte, dispensiert von dieser
Pflicht. Nach dem Kaffee ist jedes Menschenkind wieder frei“. Hier im
Raum sind die durch reichliche Schnitzereien verzierte Kredenz aus
Lindenholz und der üppige Kronleuchter, eine Flandernkrone, noch im
Original erhalten. Tisch und Stühle wurden nachgebaut.
Lucies Schlafzimmer war der Blaue Salon. Hier
hängen über dem Messingbett Bilder von ihren beiden Töchtern, ein
weiteres, sehr seltenes Bild, zeigt Pückler als alten Mann mit grauem
Haar und Bart. Eine Seltenheit deswegen, weil er üblicherweise bis ins
hohe Alter gefärbte Haare hatte. Weiter gingen wir in den Roten Salon,
ein Gästezimmer, das vornehmlich für das Kronprinzenpaar bereitgehalten
wurde. Ein großer Schrank nimmt fast eine ganze Wandbreite ein. Die
Türen sind verziert mit Intarsien-Arbeiten und zeigen Szenen aus dem
Glaubensbekenntnis. Auch hier als kostbare Lichtquelle ein Leuchter aus
Böhmischem Gals. Die Bibliothek ist der größte Raum im Schloss. Die
Regale wurden nach historischen Vorlagen gearbeitet, um die vielen
Bücher aufzunehmen, die ursprünglich dem Urgroßvater von Pückler
gehörten und der Familie von Lucie. Seit 1945 gelten viele Bände als
verschollen. Teile davon befinden sich in der Landesbibliothek in
Potsdam, Teile werden in Russland vermutet. Auch hier ein imposanter
Kronleuchter aus Bronze. Er wurde „Schwiegermutter-Leuchter“ genannt.
Das nächste Zimmer war das Schlaf- und Arbeitszimmer des Fürsten. Das
Bett mit kostbarer Schnitzerei versehen und Rollen, konnte so jederzeit
nach Bedarf verschoben werden. Das angrenzende Ankleidezimmer mit
Schränken und Sekretär zeigt Familienbilder und Auszüge aus Briefen.
Auch Bilder seiner vielen Freundinnen sind zu sehen.
Die Orienträume stellen in Europa eine
einzigartige Sammlung dar. Pückler hatte die Exponate während seiner
6jährigen Orientreise zusammengetragen. Hier steht alles genau, wie er
es hinterlassen hat: An den Wänden die mit Ornamenten bedruckten
Tapeten, verschiedene Teppiche mit leuchtenden orientalischen Mustern,
über den Türen Reliefs mit Sprüchen aus dem Koran, auf einer Konsole
drei Krüge mit den vertrockneten Eingeweiden Verstorbener. Hier findet
man auch das einzige Bild der Mahbuba sowie ihre Totenmaske und den
Abdruck ihrer rechten Hand. In dem großen Nebenzimmer, dem Billardzimmer
befindet sich nur ein kostbarer Schumann-Flügel; an den Wänden wieder
Gemälde von Pückler und Lucie. Von hier aus hat man einen großartigen
Blick über den Park. In einigen weiteren Räumen ist die Ausstellung
„Brandenburger Landschaften“ des Cottbuser Malers Karl Blechen
untergebracht. Dem verdienten Landschaftsmaler wurde ein Teil der
Grünanlagen entlang der Spree gewidmet. Mit diesen Eindrücken endete die
sehr interessante Führung durch das Schloss.
Anschließend ging es in den Park. Dieser war 1846 aus
einer Brache entstanden, von Pückler entworfen und angelegt. Nach dem
Park von Muskau war hier sein zweites großes Lebenswerk entstanden. Auf
einem Gebiet von etwa 100 Hektar pflanzte er hunderte, überwiegend
einheimische Bäume. Und Sträucher. Etwa 15km Wege durchziehen das
Gelände. Jede Bodenerhebung entstand künstlich durch Aufschüttung. Die
kleinen Seen und Teiche sind unterirdisch miteinander verbunden. Sie
passen sich prachtvoll in die Landschaft ein. Im Pyramiden-See befindet
sich der Tumulus, die Begräbnisstätte des Fürstenpaares. Je nach
Jahreszeit wechselt die Bewachsung der Pyramide die Farbe. Jetzt im
Herbst sehen wir sie bei herrlichem Sonnenschein in leuchtendem Rot.
Ganz in der Nähe gelegen, beeindruckt die 13m hohe Landpyramide. Auf
ihrer Spitze trägt sie ein schmiedeisernes Gitter mit der Inschrift
„Gräber sind die Bergspitzen einer fernen neuen Welt“. Das gesamte
Areal „Fürst Pückler-Museum und Park und Schloss Branitz“ wurde 2004 in
das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Unser Rückweg führte uns vorbei
an Pergola-Garten und Marstall zum Kavaliershaus. Hier konnten wir,
fußlahm und hungrig wie wir waren, neue Kraft für weitere Eindrücke
tanken. Nach dem schmackhaften Mittagessen ging es auch gleich weiter.
Fahrer Helmut stand schon mit dem Bus bereit, um uns zur
Parkeisenbahn, Bahnhof Zoo, zu bringen. Etwa eine halbe Stunde rumpelten
wir die drei Kilometer lange Strecke durch das Parkgelände, gut betreut
von sehr jungen Eisenbahnern in schicken Uniformen. Nun mussten wir
schon die Heimfahrt antreten.
Im „Seeschlösschen“ in Groß Köris machten wir noch eine
Pause zu Kaffee und Kuchen, um dann zügig nach Berlin durchzustarten.
Ein schöner und interessanter Tag ging zu Ende, als wir
wieder in Spandau eintrafen. Vielen Dank an alle, die bei den
Vorbereitungen und der Durchführung der Fahrt beteiligt waren.
Der Literaturkreis in Dresden
Von Brigitte Bräutigam
Fotostrecke
Die Stadt Dresden
ist geprägt von historischen Bauten und grünen Vorstädten. Es war
Kurfürst August der Starke, der besonders in den Jahren zwischen
1670-1733 das Erscheinungsbild bestimmte. Er wollte die Elbe zu einem
venezianischen „Canale Grande“ umgestalten. Der Fluss sollte zu beiden
Seiten von prunkvollen Gebäuden gesäumt sein. Über Generationen hinweg
wurde diese Kultur weiter entwickelt. Zu herausragenden Wahrzeichen der
Stadt wurden der Zwinger, die Semper-Oper und die erst 2005 wieder
geweihte Frauenkirche.
Und so wollten
auch wir, die Teilnehmer des Literaturkreises der Melanchthon-Gemeinde,
dieses „Elbflorenz“ kennen lernen. Angeregt durch unser Thema „Erich
Kästner, ein Sohn Dresdens“.
Am 11.Mai fuhren
wir los:
Weiter
Eine Fahrt ins Störitzland – unsere
Konfirmanden unterwegs
Die Konfirmanden waren vom 5. Mai bis 7. Mai 2006
auf einer Freizeit im Störitzland kurz hinter Erkner. Begleitet wurden
wir junge Menschen von Pfarrer Sturm und den Teamern Frau Döring, deren
Tochter Katharina und Alexander Zenk. Frau Sturm war ebenso dabei wie
zeitweilig der Sohn des Pfarrers, Goran, sowie die sich in der
Ausbildung zur Diakonin im Johannesstift befindliche Arzu.
Alle fanden es sehr schön, aber nicht nur wegen der angebotenen
Aktivitäten (Grillen, Rudern, im See schwimmen, Volleyball spielen,
Gesellschaftsspiele, Karaoke singen, Lagerfeuer, Tischtennis).
Die Anlage wurde mit Begeisterung aufgenommen. Viele äußerten den
Wunsch, eine Jugendfahrt in ähnlicher Zusammensetzung zu demselben Ort
durchzuführen.
Wir hatten allerdings nicht nur unseren Spaß. Die Prüfung musste von uns
geschrieben werden. Pfarrer Sturm verriet uns erst einmal so viel: „Ihr
habt alle bestanden!“
Aileen und Gina
Neues vom Kindergottesdienst
„Alles kommt von dir
Erde, Sonne, Regen,
dass wir davon leben,
dafür danken wir“
Mit unseren Kindergottesdienst-Kindern (erfreulicherweise sind auch
einige Konfirmanden/innen dazu gekommen) sind wir jeden Sonntag von
11:15 Uhr für eine gute Stunde eine kleine fröhliche Runde, die zusammen
fröhliche Lieder singt, Geschichten aus der Bibel hört, eifrig malt und
bastelt und mitunter kleine Theaterstücke einübt. Eines davon sahen wir
Ende Februar im Familiengottesdienst: „Die Errettung des Mose“ wurde vor
den „großen“ Gottesdienstbesuchern mit Erfolg vorgespielt. Das KIGO-Team
möchte nachträglich noch ein mal herzlichen Dank sagen an alle
Mitwirkende. Wir sind richtig stolz auf Euch!
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