November 2005
 

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Rhododendronpark an der Stadthalle Görlitz

 

Von dort liefen wir durch den Stadtpark an blühenden Rhododendronbüschen entlang zum „Meridianstein“, eine Besonderheit der Stadt – hier wird die Mitteleuropäische Zeit bestimmt, weil der 15.Meridian – östlicher Länge mitten durch Görlitz verläuft. Seit 1945 liegt Görlitz im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Die Neiße trennt das alte Görlitz (60.000 Einwohner) von einer nach 1871 rechts der Neiße entstandenen Stadterweiterung, dem heute polnischen Zgorzelec (40.000 Einwohner).

Mit unserem Personalausweis gingen wir über die Grenze und schauten uns u.a. die Oberlausitzer Gedenkhalle (1902), eine Art „Mini-Reichstag“ mit Säulenportal und hoher Kuppel an. Sehr interessant, aber es wurde immer heißer (32°C), die Uhr blieb nicht stehen und so verließen wir den polnischen Teil,  um pünktlich gegen 13.00 Uhr im historischen Restaurant „Bürgerstübl“ in Görlitz zu sein. Dort erwartete uns als Mittagessen ein „Schlesisches Himmelreich“ … Dazu ein frisch gezapftes Bier …

Schlesisches Himmelreich


Unsere Stadtführerin holte uns gegen 14.30Uhr ab und machte mit uns einen Streifzug durch die historische Altstadt. Am Obermarkt sahen wir wundervoll sanierte Barockbauten und von der Dreifaligkeitskirche waren wir sehr beeindruckt. Auf dem Untermarkt standen die bedeutendsten Patrizierhäuser der Stadt, und ein Juwel war das Rathaus mit der berühmten Rathaustreppe (v. Wendel Roskopf, Görlitzer Renaissance-Baumeister, 1537/39).

Die Peter und Paul-Kirche in Görlitz

 

Eine besondere Attraktion war das spätgotische Kielbogenportal (Flüsterbogen) mit Kreuzblume und zwei Maskenkonsolen aus dem Jahr 1500.

Blick auf den "Flüsterbogen"

Wir waren sehr beeindruckt von den vielen schönen Baudenkmälern, aber wir mussten weiter, um noch einen Abstecher in die Nikolaivorstadt zu machen. Die Sonne schien, das Thermometer kletterte inzwischen auf 34°C, so dass wir mühsam die Nikolaikirche (Sakralbau um 1100 erbaut) erreichten.
Unsere „Stadtbilderklärerin“ führte uns dann über den Nikolaifriedhof durch den Ölberggarten zum „Heiligen Grab“, einer originalgetreuen mittelalterlichen Nachbildung der Heiligen Stätte in Jerusalem.

 

 

 

 

 

 


 

Nikolaifriedhof

 

Auf diesem Friedhof befindet sich auch das mit Lilien gepflegte Grab des Görlitzer Schuhmachers und Theosophen Jacob Böhme, der am 17. November 1624 starb.


„Die Lilie blüht auf dem Berg und im Tal,
an allen Enden der Erde.
Wer sucht, der findet.“

 


Grab von Jacob Böhme

 

Wir haben sehr viel Schönes und Interessantes von Görlitz gesehen und freuten uns aber, als wir im gut klimatisierten Bus mit unserem netten Fahrer spät abends gegen 22.00Uhr wieder in Spandau ankamen.
Wir wünschen Görlitz gute Chancen als „Kulturhauptstadt Europa 2010“.


Hl. Grab

 

Jacob Böhmes Werkstatt

 

Boehmehaus an der Neiße

 

Der Anblick der in einem blanken Zinngefäß oder auch einer sogenannten Schusterkugel sich widerspiegelnden Sonne soll den philosophischen Schuster zu dem Grundgedanken seines Systems angeregt haben.

 

St. Peter und Paul

Photos: H.Detering

 

 
 

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